Du bist ein Wunder

Du bist ein Wunder.
Jede Sekunde unseres Lebens ist ein neuer und
einzigartiger Augenblick im Universum –
ein Augenblick, der sich nie wiederholen wird.
Und was bringen wir unseren Kindern bei?
Wir bringen ihnen bei, dass zwei und zwei vier ist
und Paris die Hauptstadt von Frankreich.
Wann werden wir ihnen beibringen, was sie sind?
Wir sollten jedem Kind sagen: Weißt du, was du bist?
Du bist ein Wunder.
Du bist einzigartig.
In all den Jahren, die vergangen sind,
hat es niemals ein Kind wie dich gegeben.
Deine Beine, deine Arme, deine geschickten Finger,
die Art wie du dich bewegst.
Aus dir kann ein Shakespeare, ein Michelangelo, ein Beethoven werden.
Du kannst alles erreichen.
Ja, du bist ein Wunder.
Und wenn du groß bist, kannst du dann zu anderen böse sein,
die ebenso wie du ein Wunder sind?
Du musst daran arbeiten- wir alle müssen daran arbeiten-,
die Welt für ihre Kinder lebenswert zu machen.

Pablo Casals

Dieses Gedicht habe ich im Alter von 17 Jahren in einer für mich sehr einschneidenden, schmerzhaften Lebensphase mal von jemandem in mein Büchlein geschrieben bekommen. Darunter stand noch, dies sei für mich möglicherweise der Weg zum Sinn des (meines) Lebens. Dieser jemand kannte mich anscheinend sehr gut (war sehr berührt) und seit jeher war die Vorstellung, einem eigenen Kind liebevoll zur Seite zu stehen eine wahnsinnig erfüllende Vorstellung für mich… <3.

Das Büchlein mit vielen wichtigen Erinnerungen habe ich vor vielen Jahren verloren, aber eben überkam es mich und ich habe diesen Text mal gegoogelt. Freue mich nun nen Keks, ihn gefunden zu haben!!!

Blutergebnisse

Gestern hab ich gar nichts erfahren, heute nur die Hälfte erfragen können.

Der Beta-hcg-Wert von letztem Mittwoch lag bei 67. An ES + 10! Eigentlich im Normbereich an diesem Tag: 1,9 – 13,1. Sagt eine Tabelle von wunschkinder.net.

Laut dieser Tabelle wäre ich also drei Tage voraus gewesen. Jetzt hoffe ich, dass es sich stetig weiter entwickelt (hat). Hoffe, morgen mehr zu wissen… *seufz*

(Und die Sache mit den Mehrlingen geht mir einfach nicht aus dem Kopf ;-)).

Update: Blutergebnisse von Mittwoch- hcg 67. Von Montag (5 Tage später) 290 hcg. Perfekt! Jetzt muss es nur so weiter gehen.

Rückblick > Einblick > Ausblick

Heute war ich -wie es sich für eine Wahlnorddeutsche gehört- am Deich spazieren. Dort grasen die Schafe und man kann einfach entlang gehen. Außerdem kann man sehen, wie die Autofähre an- und ablegt, um die Elbe zu überqueren. Was ganz besonderes für mich in der Hinsicht, dass wir diese Autofähre des öfteren genutzt haben, um zu Insemination in die Heimatstadt unseres Spenders zu fahren. Heute hab ich mich dann mal auf eine Bank gesetzt und das Treiben von weitem beobachtet. Hier ein paar Eindrücke:

2013-06-23 17.19.47

Die Autos fahren auf die Fähre.

2013-06-23 17.30.48

Schafe hautnah. Hier „Nr. 18“ :D.

2013-06-23 17.21.40

Andere Seite.

2013-06-23 17.25.53

Die Fähre hat abgelegt.

2013-06-23 17.26.34

Jetzt wird die Überfahrt etwa 20-25 Minuten dauern.

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Hier sieht man auch zwei Containerfrachter.

Schön wäre es, wenn wir diese Reise so schnell nicht mehr antreten müssten. Ich kann mich bisher kaum freuen. Die Angst, dass etwas schief geht ist einfach noch viel zu groß. 😦

2013-06-23 17.30.12

Einen schönen Tag wünscht die Nr. 18 ;-).

ES+ 10 — Ganz schön bisschen schwanger :)

Schaut Euch das mal an!

Bild

Feststellung 1:

Mittagsurin ist das neue Morgenurin (zumindest bei mir).

Feststellung 2:

Entweder die Einnistung war wahnsinnig früh oder es werden Zwillinge (*wink* an meine „zwillingsphobische“ Frau).

Feststellung 3:

Ich kann es nicht fassen, ehe ich jeden Tag bis zum NMT gefühlte hunderte von Früh/Spät/XY/-Tests gemacht habe! Wie schön wäre das, wenn es jetzt klappt mit unserer kleinen Familie! ❤

Symptome?

Seit Donnerstag (ES + 4) bis gestern (ES +7) leichtes Ziehen im Unterleib, seit heute (ES + 8) anhaltendes Stechen in der Brust, so wie ich es von der letzten Schwangerschaft kenne.

Doof, dass das Progesteron die Symptome verfälschen oder Nebenwirkungen haben kann. Aber so ein Bruststechen hab ich als PMS definitiv nie. Hm, Zeit, vergehe!

Träume, Träume

Von meinen Träumen lässt sich immer wunderbar darauf schließen, was mich im tiefsten Inneren beschäftigt. Zurzeit träume ich ja ständig, ich sei schwanger und fühle mich irgendwie ganz schlecht (niemand untersucht mich, usw.).

Letzte Nacht kam das Kind nun auf die Welt. Ob es das selbe Kind ist, wie in den anderen Träumen? Vielleicht das, was nicht untersucht wurde und im übertragenden Sinne jenes, was in mir hätte wachsen sollen?

Es war eine Art Hausgeburt. „Natürlich“ lief im Traum allerhand schief. Meine Mutter war dabei (zumindest später, ich vermute, es war auch die Person, die bei der Geburt bei mir war), meine Frau war nicht da. Den ganzen Traum über nicht. Naja, jedenfalls haben wir nicht auf die Uhr geguckt als das Kind kam und ich hatte im Nachhinein keine Ahnung ob es morgens, mittags oder nachmittags das Licht der Welt erblickt hatte. Dann weiß ich nur noch, dass ich in den kommenden Tagen und Wochen das Kind gestillt habe, es war immer schon nach ein paar Sekunden satt (Tamagotchi ????). Dann hab ich es mit mir rumgetragen, aber ich konnte nicht wirklich behutsam mit ihm sein, als hätte es mir niemand gezeigt und ich wollte aber alles perfekt machen- allerdings kam genau das Gegenteil dabei raus und es drohte mir oft aus den Händen zu rutschen. Hab es über meine Schulter gehängt, so hat es dann geschlafen. Und ich konnte mir ums zerplatzen den Namen des Kindes nicht merken, obwohl er lange festgestanden hatte. Jedesmal wenn jemand fragte, oder wir Termine beim Arzt oder so hatten, vergaß ich den Namen und wurde dann panisch.

Dem Kind an sich ging es gut. Es war ein kleines Mädchen und sehr ausgeglichen und friedlich. Und ich habe es oft umgezogen, weil ich so wahnsinnig viele Klamotten für es hatte (okay, das spiegelt die Realtität schon jetzt… lach). Meine Mutter sagte immer, das passt hier und da nicht zusammen, was es an hat. Und ich war nie zufrieden mit dem Ergebnis und fühlte mich nicht imstande, die Wickelkommode mit den vielen Klamotten anständig aufzuräumen und zu sortieren.

Kurz nach der Geburt kamen meine Onkels und brachten eine Plastiktüte voll mit hochprozentigem Alkohol, wir sollten das bei Ebay versteigern- sollte eine milde Gabe sein. Aber aufs Kind geguckt haben sie nur ganz nebenbei und mit den Schultern gezuckt.

Irgendwann fiel mir auf, dass ich noch kein einziges Foto vom Baby gemacht hatte, da war es vielleicht eine Woche alt. Als ich Fotos machen wollte gab es nur verzerrte Bilder, also das Köpfchen wurde so, wie wenn man in diese komischen Spiegel schaut in Freizeitparks.

Und nun fällt mir ein, dass meine Schwester eine Woche zuvor auch ein Baby bekommen hatte. Wir wohnten alle zusammen.

Ich wünsche mir für die nächste Zeit dann mal schönere Träume, in denen alles passt.

Es könnte dann jetzt ja vielleicht mal die nächste Traum-Schwangerschaft beginnen- und parallel dazu bitte die echte :).

Eisprung und Niedergeschlagenheit

Freitag Abend zierte der erste Smiley das Clearblue-Anzeigefeld. Es folgten ein weiterer Samstag Morgen und Samstag spät nachmittags. Ich hab zur Abwechslung mal sehnsüchtig darauf gewartet, dass er wieder verschwindet, da ich ja am Freitag Abend inseminiert hatte. Heute morgen war er dann auch verschwunden. Nun gehe ich vom Bauchgefühl her davon aus, dass der Eisprung jüngst geschehen ist und hoffe, es gibt einen glücklichen Sieger. ET wäre am 2. März 2014.

Gefühlstechnisch bin ich hin- und hergerissen zwischen „es klappt diesmal auf jeden Fall zu mindestens 100%“ und „Es wird niemals wieder klappen“. Ich weiß, letzteres ist total irrational, vor allem ist es „erst“ der fünfte Versuch und ich weiß ja, dass es bei mir grundsätzlich klappen könnte, zumindest ganz am Anfang. Bewaffnet mit Utrogest bin ich auch, für den Fall eines positiven Tests.

Ich fühl mich nur so ausgelaugt. Es gibt kaum etwas als dieses Thema, und da ist man eben so machtlos. Mein Alltag kommt mir vor wie eine zähflüssige Einöde. Funktionieren, aber dann kommt erst mal lange Zeit nichts. Bin momentan so wenig begeisterungsfähig, alles ist so unspektakulär und matt. Und wenn was ist, dann perlt auch alles wunderbar an mir ab. Arbeiten, schlafen, atmen. Mir fehlt echt ein Ausgleich. Und der Antrieb dazu.

Gestern war ich auf einem Geburtstag und ich habe erfahren dass eine Bekannte schwanger ist- genau so weit wie ich jetzt auch wäre. Freue mich echt für das Glück anderer, total klar. Bin gar nicht der Typ für Missgunst. Aber emotional hat es mich kilometerweit zurückgeworfen. Da war ein Wesen, das zu mir gehört hat und es durfte nicht bleiben. Oder werden. Da bringt es gar nichts zu wissen, dass es ja weiter geht und irgendwann vielleicht auch für uns gut ausgeht. Willkommen mitten in der verdrängten Trauer. Dass meine Frau den gesamten Sommer über gefühlt 24 / 7 auf der Arbeit lebt und ich alleine ausharre macht es keinen Deut besser. Ich hasse es, hab es schon immer aus tiefstem Herzen gehasst.

Und jetzt schließe ich diesen Jammerpost.