OP- Update

Wen’s interessiert: OP ist gut gelaufen, Krankenhausaufenthalt war top (außer anfangs Heulattacken, weil Gefühle und Erinnerungen hochkamen von der Geburtsklinik… danke an der Stelle fürs Trauma *seufz*), mir gehts gut, und wir sind seit 10.30 Uhr wieder zuhause.

Schöne Sch****!

Als ich 14 war hatte ich die schlimmsten Schmerzen meiner Schmerzkarriere. Ich hab geheult und geschrien wie am Spieß. Die Ärzte haben es mit Geburtsschmerzen verglichen. Aber ich bekam keine Belohnung. Was hatte ich? Eine Analthrombose, Hämorrhoiden und einen Analriss. Nicht nur das Leiden an sich waren Qualen, auch die Untersuchungen. Als pubertierende Göre (die vielleicht gerade ein gefühltes halbes Mal bei der Frauenärztin war) kann man sich schöneres Vorstellen, als von Proktologen kurz vor Renteneintritt den Satz zu hören „Machen Sie sich frei, legen sich auf die Seite und entspannen sie sich“… Wenn überhaupt gesiezt. Und entspannen. Ja klar! Die Untersuchungen waren schmerzhaft und das ganze war sehr langwierig. Danach war ich ein gebranntes Kind. Und war fortan entstellt.

Jahre später hatte ich ungefähr das selbe Problem, war ein Ticken erwachsener und konnte zwar mit den gesamten Untersuchungen besser umgehen, aber die Angst vorher war immer panisch. Immer froh, wenn der Apotheker was angerührt hat und man dann nach Hause gehen durfte und einschmieren und irgendwie alles wieder abgeheilt ist.

Vor drei Monaten hatte ich die zweitstärksten Schmerzen meiner Schmerzkarriere und zwar die Nachwehen nach dem Kaiserschnitt. Auch die brachten mich zum heulen, aber ich hab dafür ein Baby geschenkt bekommen, also alles okay, da kann man das schon mal ertragen, finde ich.

Tja. seit drei Tagen hab ich wieder solche Schmerzen wie damals. Gestern Abend hab ich Fieber bekommen. Weise wie ich mittlerweile bin weiß ich, dass -wenn man solche Arzttermine vor sich herschiebt- es nicht zur Besserung beiträgt, sondern im Gegenteil. Also war ich heute beim Spezialisten. Sein Fazit hat mir erst mal nen Kreislaufkollaps beschert. Zum Glück hat das Kind brav geschlafen und war zufrieden, denn ich lag erst mal kreidebleich und ausgeknocked auf der Liege.

Ich muss nun operiert werden. Ein Abszess muss entfernt werden und eine Proktoskopie durchgefürt werden, unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie, und danach muss ich stationär bleiben. Ich sollte sofort in die chirurgische Ambulanz, aber, sorry, so einfach ist das mit Baby nicht. Erst mal muss geplant werden. Und ich brauch ehrlich gesagt auch mindestens eine Nacht um mich drauf vorzubereiten. Morgen ruf ich bei zwei verschiedenen Kliniken an und erkundige mich mal, ob der Kleine mit aufgenommen werden kann. Denn so einfach mal frei kriegen ist bei seiner Mum gerade so gar nicht drin. Und Oma und Opa sind weit weg (Opa übrigens gerade gestern von einem Besuch wieder abgereist).

Ich würd sagen: Schöne SCHEIßE Sch****!

 

Puh…!

Keine Diabetes, yippieh, dafür top Werte!

78 (nüchtern) – 103 (nach 1 h) – 50 (nach 2 h).

Gedurft hätte ich nüchtern 100 (+ Grauzone)  und nach 1 h 200 (+Grauzone).

Ich scheine übrigens nicht-schwanger erst viel später zu unterzuckern.

Mein Körper war heute zufrieden, dass ich erst ca. 20-30 min nach dem niedrigen Wert etwas zu mir genommen habe (eher ging nicht, musste noch zum Arzt rein). In der Schwangerschaft habe ich Unterzuckerungen bereit bei nem Wert von etwa 65 kommen gespürt.

 

 

 

 

 

Stillen.

Stillen ist toll. Stillen ist das Beste fürs Kind. Stillen ist Symbiose, sichtbar gewordene Bindung. Blablabla…..

Soweit die Theorie.

Ich hab mich in der Fantasie immer gesehen mit Kind an der Brust, stolz überall -ohne Rücksicht auf Verluste- meinem Kind DAS BESTE gebend, was ich nur kann. Aber irgendwie muss ich doch heute mal zugeben, dass dieses Idealbild eine Illusion sein kann. Nicht jeder findet im stillen die Erfüllung schlechthin. Ich wage eine heikle Aussage: Stillen kann zeitweise auch scheiße sein! Stillen kann nerven. Es ist raus.

Ich liebe mein Kind und ich stille es. Es gibt Momente in denen ich es auch genieße, dass ich so wichtig für ihn bin, dass diese Nähe so absolut ist. Aber gut, wichtig bin ich in diesem Moment halt, weil die Milchbar an mir angewachsen ist- darauf machte mich auch meine Frau freundlichst aufmerksam. Klar bin ich als Mutter für mein Kind megawichtig, aber ganz unrecht hat meine Frau nicht. Ich stille mein Kind, weil es einfach so viele Vorteile gibt und weil ich es kann. Punkt. Es ist gesund, und obwohl die Ersatznahrungen heutzutage nahezu perfekt sind, Antikörper gibts nur per Muttermilch.

Wir hatten keinen leichten Stillstart (wie verdammt viele, wie ich mittlerweile mitbekommen habe), weil meine Milch nicht schnell genug eingeschossen ist, trotz häufigem Anlegen. MiniMe wurde immer schlapper und hatte schließlich mal eben 12,5 % seines Körpergewichtes eingebüßt. Dann hieß es Abpumpen, fingerfeeden und sondenfeeding an der Brust, bloß nicht mit Flasche, böse Flasche! Kaum waren wir zuhause und sollten das Programm weitermachen, ersetzten wir das umständliche feeden in Absprache mit der Hebi durch Flasche. Also Muttermilch per Flasche. Ich wollte unbedingt stillen aber ich fühlte mich bei dem Mammutprogramm nach Zeitplan einfach zu sehr allein verantwortlich für sein Wohlergehen. Mittlerweile ist es ja ganz anders -stillen bei Bedarf- was war es schön, als wir endlich nicht mehr auf die Uhr schauen mussten! Trotzdem ist es immernoch so: Ich brauche diese eine Mahlzeit am Tag, die ich abgeben kann. Kaum kommt meine Frau nach Hause, drücke ich ihr schon den Kleinen in die Arme, um es mal überzogen auszudrücken. Das ist meine Auszeit. Und es fühlt sich absolut richtig an.

Ich finde es gut, dass wir heutzutage so aufgeklärt sind und dass z.B. den Ersatznahrungsherstellern in ihren Werbekampagnen Grenzen gesetzt sind. Aber um Gottes Willen, man glaubt ja fast, man müsste rund um die Uhr mit einem seligen Grinsen rumrennen :D. Frauen trauen sich kaum zu sagen, dass sie abstillen wollen oder fühlen sich tierisch schuldig, wenn es nicht klappt. Auf der anderen Seite wird man, wenn man öffentlich stillt, von einer bestimmten Zielgruppe angeglotzt als würde man gerade mit Feder im Arsch einen Porno drehen. Okay, noch dazu habe ich ein Kind, welches nicht Bauch an Bauch gestillt werden will (er hat immer eine Schieflage, aber anscheinend ist es bequemer für ihn) und sich immernoch gern bedienen lässt, anstatt selbst die Brustwarze gut festzuhalten. Im Ernst, fürs stillen wünschte ich mir wirklich kleinere Brüste als Körbchengröße F. Wie soll so ein kleines Wesen auch allein mit so nem schweren Koloss fertigwerden? Naja gut, jedenfalls kann man es ja eh niemandem recht machen, wie man sieht. Man soll gefälligst stillen, weil das das Beste ist. Aber wehe man tut es da, wo es jemand sieht, oder man die Brust nicht genügend bedeckt, ach ja, und wehe man stillt übers erste Lebensjahr hinaus. Körperverletzung ;-).

Ich stille, weil ich es kann. Weil es klappt und weil es gut ist. Und das auch hoffentlich noch eine Weile für mein Baby. Aber das Drumherum, naja, also bei mir läufts nicht so ab wie im Milchpulver-Werbespot, wo an Anfang immer kurz gesagt werden muss, es ist das beste, und ein seliges Baby an einer -zum bequem stillen- viel zu prall gefüllten Brust so ruhig trinkt, dass die Mutter darüber ganz selig wird.

Aber ratet mal, wer bestimmt jammert, wenn das stillen irgendwann vorbei ist? Richtig, ich! 😀