NeuerSpenderSuchUndFindBeitrag

Nach unserem letzten Versuch ist ja eingetreten, was wir gehofft hatten, es möge nie eintreten. Unser bisheriger Spender hat uns mitgeteilt, dass er fortan nicht mehr spenden will/kann. 😣😣😣

 Das kam nicht ganz überraschend, aber dennoch hat es uns erst mal einen Dämpfer versetzt. Uns war es immer sehr wichtig gewesen auch für das Geschwisterchen den selben Spender -und somit auch identische Genvoraussetzungen- zu haben. Und von vornherein wurde uns versichert, dass er fürs Geschwisterchen auch spendet. Nun war eben nach vier Versuchen Schluss. 

Da die Alternative hieß, ganz auf ein Geschwisterchen zu verzichten, war uns schnell klar, dass wir nach einem neuen Spender suchen würden.  Damit fingen wir auch noch in der letzten Hibbelzeit an, quasi sobald wir von dem Problem wussten. 

Sämtliche Personen aus unserem Umfeld fielen für uns flach. Also ging die Suche online los. Auf einem Samenspendeportal schrieb ich ein paar mögliche Kandidaten an und beantragte in sämtlichen Samenspendegruppen auf Facebook die Aufnahme. Mit den ein oder anderen Spendern kamen wir dann in Mail-Kontakt. Unsere „Bedingungen“ sind und waren:

Bechermethode

-nachweisliche Gesundheit und Spermiogramm

-Bereitschaft, die Stiefkindadoption zu unterstützen (also auch NICHT  anonym zu bleiben, sowie vorm Notar oder Jugendamt einzuwilligen)

-einigermaßen zeitliche Flexibilität

-Sympathie und plausibel Beweggründe erklären können

-mittel/-nordeuropäisches Erscheinungsbild, weil es der Mum einfach wichtig ist (um sich noch besser von Anfang an mit dem Kind zu identifizieren)

Jährlich 1-2 Treffen mit uns und dem Kind, weil wir das mit dem anderen Spender auch so handhaben.

Bevor wir uns treffen wollten klopften wir also alles einigermaßen ab. Nach und nach fielen einige Kandidaten raus, beispielsweise wegen

– mangelnder Bereitschaft Gesundheitstests vorzulegen  („Ich bin wirklich gesund!“)

– dem konkreten Plan eines Spenders die Spende vor seiner Frau und Kindern geheim zu halten („Sie hätte kein Verständnis dafür“)

– lästiger Fragerei unsererseits („Sorry, Ihr habt mir zu viele Fragen“)

– latent aggressivem Unterton („Das hab ich doch schon weiter oben geschrieben!),  eventueller Bechermethodeproblematik („Warst Du schon mal mit einem Mann zusammen?“, „Ich habe schon auf beide Weisen gespendet“) und Berichten über Probleme mit den Eltern eines Spenderkindes, zu dem sozialer Kontakt besteht („Wie findest Du die Reaktion von der Mutter? Ich hab ihn doch bloß zwei mal 50 min zu spät zurückgebracht“).

Als wir wussten,  dass der Versuch Nr 4 negativ ausgegangen war, trafen wir uns mit unserem jetzigen Spender, der sich für „die nächste Runde qualifiziert hatte“. Ein bisschen dämlich fühlt man sich schon… Man hat so viele Ansprüche und ist eigentlich Bittsteller. Aber wenn es um Gesundheit und Kinder geht sollte man eigentlich lieber ein paar Ansprüche haben! 

Wir waren verabredet im Foyercafé eines großen Möbelhauses an seinem Wohnort. Dieser ist ca 35 Autominuten von uns entfernt, also echt nah (man bedenke, dass ich zuletzt immer 2,5 h gereist bin, im Hotel übernachtet habe, nachts um 4.45 Uhr wieder losfahren musste, um um 7.30 Uhr wieder auf Arbeit zu sein -krankmelden ist nicht mal eben … wegen Selbstständigkeit-).

Angekommen waren wir alle sehr nervös.  Aber das legte sich recht schnell, weil sich der Spender als ziemlich auf unserer Wellenlänge herausstellte. Bis dato waren wir das gar nicht gewohnt, so offen mit einem Spender über Samenspende zu reden, schon gar nicht öffentlich! „Der alte“ ist da eher zurückhaltend Dinge beim Namen zu nennen und hat sich eher die ruhigste Ecke beim Kennenlernen ausgesucht. Und nun- eine Gratwanderung 😅. Aber angenehm… Wir unterhielten uns ca eine Stunde während der Bär total brav gemalt hat (wir waren erstaunt). Zusammenfassend hier die Eckpunkte: 

48 Jahre alt, eine soziale leibliche Tochter im Alter von 18 Jahren und noch keine Spenderkinder, geschieden und Single

-er möchte noch mal Vater werden und wünscht sich -ohne vorheriges Absprechen- genauso wie wir 1-2 Treffen im Jahr und ab und an ein paar Fotos 

-Er kommt für die Spenden zu uns und das auch gerne 2-3 mal im Zyklus, nimmt bloß Spritgeld

-Gesundheitszeugnisse vorhanden und Spermiogramm wird auf unseren Wunsch und unsere Kosten gemacht, falls es jetzt bei diesem Versuch nicht klappt

-keine bekannten gravierenden Erbkrankheiten

-er geht gern mit uns zum Notar wegen der Stiefkindadoption und legt auch seine Daten offen

-geselliger humorvoller Typ, aktiv im Verein, scheint zuverlässig zu sein und fest im Leben zu stehen. 

Er hat uns gleich gesagt, dass er sich freuen würde wenn wir uns für ihn entscheiden, und da auch wir spontan so ein gutes Gefühl hatten, sagten wir am nächsten Tag die anderen geplanten Treffen ab und ihm zu. 

Und so kam er diesen Zyklus 2 mal zum spenden, bewaffnet mit vielen Kinderbildern und „das-waren-noch-Zeiten-Bildern“ von sich 😉. Bilder von ihm und seiner Tochter hatte er uns zu dem Zeitpunkt auch schon geschickt.

Tja. Und nun sitzen wir auf heißen Kohlen. Heute ist ES+8/9.

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8 Gedanken zu “NeuerSpenderSuchUndFindBeitrag

  1. Wow. Das klingt so einfach und unkompliziert, dabei ist es bestimmt alles andere als das.
    Freue mich für euch, dass es geklappt hat und drücke natürlich jetzt die Daumen, dass er nicht allzu häufig spenden muss 🙂

  2. Ich drücke Euch die Daumen, dass jetzt und später alles so klappt wie ihr Euch das wünscht. Ich persönlich hätte ein ungutes Gefühl, wenn die Motivation des Spenders wäre „noch mal Vater zu werden“. Aber das mag auch daran liegen, dass in unserem Bekanntenkreis ein Spender einen 14-tägigen Umgang (und die Hälfe der Ferien etc.) mit dem Spenderkind eingeklagt hat (obwohl von sowas vor der Geburt nie die Rede war, um Gegenteil).

      • Ja leider 😦 . Das stellt natürlich das ganze Familienleben in der Kernfamilie auf den Kopf. Ich meine nach diesem Kriterium, dass derjenige ein richtiger präsenter sozialer Vater wird und ohne die Mütter Zeit mit dem Kind verbringt haben sie ihn ja auch nicht ausgesucht. Wir unseren auch nicht. Und ich würde durchdrehen, wenn wir uns hier auch noch nach seinem Umgangsrecht mit der Kleinen richten müssten.

  3. Wow. So viele Unwägbarkeiten und Hürden – wenn ich das lese, denke ich, wie kompliziert und abenteuerlich das doch alles ist, was es auch für eine emotionale Berg- und Talfahrt bedeuten mag. Und wie froh ich ehrlich gesagt bin, dass wir uns gegen eine Privatspende entschieden haben. Auch Hut ab vor so viel Vertrauen in einen quasi Fremden. Ich hoffe, es erweist sich für euch als eine gute Wahl und ihr habt ganz bald Erfolg mit dem neuen Spender. 🍀

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