Zeit auf der Wochenstation

So, weiter gehts! Ich werde versuchen, nicht allzu dolle auszuschweifen, denn ehrlich gesagt hab ich darauf keine Lust (EDIT: ist mir aber nicht so gut gelungen). Wir waren heilfroh, als wir endlich heim durften. Die Zeit im Krankenhaus hatten wir uns schöner vorgestellt.

Schon kurz vor dem Kaiserschnitt wurde uns mitgeteilt, dass leider kein einziges der kostenlos beworbenen Familienzimmer verfügbar sei, denn nach wie vor befanden wir uns mitten im Geburtenboom. Uns wurde angeboten, für ein Einzelzimmer zu zahlen, dann würde ein Vater „heraus gebeten“. So war das eigentlich nicht geplant, aber ohne meine Frau im KH, so konnten wir uns das einfach nicht vorstellen, also willigten wir ein. Naja, im Endeffekt kostet dort dann ein Tag das doppelte wie in der anderen Klinik, die für uns vorher in Frage gekommen war (in Zahlen: 94 €). Und die Berechnung fing schon Montags an, d.h. mindestens bis nach der U2 (angenommen Mittwochs) würden knapp 300 € fällig sein. Schöne Scheiße. Das machte schon mal Druck. Egal… Als wir nach der OP ins Zimmer kamen waren wir fröhlich am bonden. Ich hatte den Kleinen auf der Brust und uns war erst mal alles egal. Ich war eh in einem anderen Bewusstseinszustand. 😉 Im Nachhinein fiel uns dann schon auf, dass sich erst mal lange niemand richtig gekümmert hatte. Um den Kleinen schon, der bekam auch wie angekündigt vorsorglich wegen den Medikamenten, die ich in der Schwangerschaft einnehmen musste, ein Überwachungsgerät, welches permanent Herzfrquenz und Sauerstoffsättigung aufzeichnete. Dazu kam ein Sensor ans Füßchen und jedes mal, wenn er sich bewegte gab es einen nervtötenden grell piepsenden Fehlalarm und wir mussten gucken, ob alles in Ordnung ist. Dieses Teil musste der Arme über 2 Tage tragen, weil die Kinderärzte es unbedingt bis zur U2 anlassen wollten. Die Schwestern versuchten immer zu erreichen, dass es früher abkommt, denn es war alles in bester Ordnung, kamen aber nicht durch damit.

Als die Nachtschwester kam (OP war um 14 Uhr) war sie richtig entsetzt, dass mir massenweise Binden nachgestopft wurden, anstatt sie zu wechseln. Sie hat mich dann erst mal gewaschen uns sich ganz lieb um uns gekümmert. Als ich starke Nachwehen bekam, bekam ich auch einen Tropf gegen die Schmerzen, aber der brachte nicht allzu viel. Ich klagte wieder über Schmerzen, aber es gab kein Nachschub. Was das annging sagte jeder was anderes. Die einen sagten, ich solle mich auf jeden Fall gleich melden, damit es nicht in einen Schmerzkreislauf geht. Das andere Extrem war die Aussage der mit operierenden Gyn, die am nächsten Morgen kam. Aussage: „Hier gibt es keine Narkose nach der Narkose mehr.“ :-o. Also hab ich dann meinen Mund gehalten und ertragen. Naja, lange Rede, kurzer Sinn. Dort gab es einfach an vielen Ecken und Kanten ein Kommunikationsproblem untereinander. Einer wusste nicht, was der andere macht, oder machte es eben einfach komplett anders. Wir wussten nicht immer genau, woran wir sind. Am Dienstag morgen musste ich aufstehen und der Katheter wurde entfernt. Der Weg ins Sitzen, ins Stehen, aufs Klo, zum Fenster und zurück war grausam, aber war das einzige, was half. Und es wurde tatsächlich immer einfacher. Jeden Tag kam auch die Physiotherapeutin, um mich zu quälen. Aber das war gut so. Überhaupt kam ständig irgend ein Fachmann für irgendwas und wollte alles mögliche von mir wissen. Eigentlich immer das selbe. Eigentlich stand das auch alles in der Akte.

In der zweiten Nacht hatte Mine Me Bauchschmerzen, das sei normal, sagten sie. Ich hatte Probleme, ihn aus dem Beistellbettchen zu heben, weil mein Bauch nicht funktionierte. Ich brauchte bei allem Hilfe und war sehr froh, dass meine Frau da war.

Das Anlegen an sich klappte, ich hatte ja Kolostrum und wir warteten auf den Milcheinschuss, der auch nach und nach kam. Aber der kleine Mann nahm zu viel ab. Nach drei Tagen hatte er nur noch knapp 3200 g (bei Geburt 3660). Er war dadurch extrem schlapp und pennte an der Brust immer weg. Die 10%-Grenze war überschritten und deshalb durften wir nicht heim. Stattdessen sollten wir alle drei Stunden ein Prozedere vollziehen. Vorm Stillen auf die Waage, nach dem Stillen auf die Waage, notieren, wieviel g mehr waren, dann zufüttern (teils abgepumptes, teils Aptamil). Und zwar per Sonde, die an der Brust mit in den Mund geschmuggelt wurde. Immer wenn er saugte, musste man mit der Spritze etwas durch die Sonde abgeben. Ja, es ist ein zertifiziertes, stillfreundliches Krankenhaus und so schnell kommt da nicht die Flasche. Es war sehr anstrengend, dieser Rhythmus. An sich steh ich auch total dahinter, so einen großen Aufwand PRO Stillen zu betreiben. Mir hat nur gefehlt, dass sich mal jemand erkundigt hätte, wie es uns geht. Ich fühlte mich schon arg unter Druck, vielleicht wäre der durch ein Gespräch vermeidbar gewesen, aber zu dem Zeitpunkt haben wir uns schon nicht mehr so gut aufgehoben gefühlt, deshalb suchte ich auch selbst kein Gespräch.

Was Mini Me angeht haben sie ihn immer gut betreut und alle Maßnahmen getroffen (bis auf, dass vielleicht schon früher etwas hätte mit aufpäppeln passieren können, BEVOR er so extrem niedrig gewogen hat). Wir haben von Tag zu Tag gehofft, gehen zu können, natürlich nur, wenn es verantwortbar gewesen wäre. Aber mein Gefühl, dass es mir/uns und dadurch auch dem Sohnemann zuhause besser gehen würde, war einfach verdammt stark. Schließlich haben wir ja auch eine super Nachsorgehebamme und einen Kinderarzt und die Fütterungen mussten wir ja zuhause sowieso weiter machen. Dann kamen aber noch die Gelbwerte dazu, die nicht optimal waren. Es war wie verhext. Als dann noch eine Schwester meine Frau fragte, ob sie sich der Verantwortung für uns überhaupt bewusst war, bewegte sich das ganze in eine Richtung, die uns persönlich verletzte. Sofort überlegten wir, ob sie diese Frage jedem x-beliebigen Hetero-Vater auch stellen würde. Und warum überhaupt? Meine Frau riss sich alle Beine aus und war sowas von liebevoll zu dem Kleinen. Am nächsten morgen wurde es noch getoppt. Eine andere Schwester war mit unserem Babyhandling nicht einverstanden und sagte „Geben sie mir Ihr Kind, es tut mir im Herzen weh, wie sie mit ihm umgehen“. Wir fielen aus allen Wolken und reagierten auch sehr emotional und mit vielen Tränen auf dieses Vorkommnis. Es zog einen riesen Rattenschwanz hinter sich. Krisenanruf bei meiner Hebamme, die später auch extra für uns vorbei kam, Gespräch mit der Stationsleitung, die selbst entsetzt über besagte Schwestern war und diesen Eindruck gar nicht teilte, sogar die Krankenhauspsychologin wurde uns noch geschickt. Es ging uns sehr schlecht und wir wollten einfach nur noch stark für unseren Sohn bleiben- denn eigentlich wollten wir nur noch WEG DA!

Samstag gab es eine klitzekleine Zunahme und unter der Voraussetzung, dass wir ambulant kommen, um noch mal Blut abnehmen zu lassen, durften wir Samstag Abend heim. Und dann ging alles bergauf. Der Kleine hat begonnen zuzunhemen, unter liebevoller Aufzucht von uns 😉 und Aufsicht der Hebamme. Die Gelbwerte stiegen nicht weiter an, zum Glück war so keine Behandlung notwendig. Wir waren deshalb noch 2 mal zur Kontrolle  im KH und 2 mal beim Kinderarzt. Er wurde durch das steigende Gewicht immer fitter und wacher. Und wir wollten einfach nur noch in Ruhe in unser kleines, neues Familienleben hineinfinden.

Übrigens hat uns das Krankenhaus doch nur einen Tag Einzelzimmer berechnet (eigentlich gab es zwischenzeitlich eine Absprache über drei Tage und das Zimmer wurde Mittwochs in ein kostenloses Familienzimmer umgewandelt- auf das Einschalten der Stationsleitung hin, die das irgendwie alles komisch fand). Wir denken, dass sie sich nach alledem lieber noch etwas Kulanz haben walten lassen. Warum muss man eigentlich ständig alles darauf überprüfen, ob es vielleicht diskriminierend gemeint sein könnte? Seufz… Das mit dem Familienzimmer war ja auch so eine Sache. So ganz mit rechten Dingen ging das nämlich in der Verwaltung nicht zu. Nun gut, das ist eben unser Los!

Und nun ist Mini Me schon 2 Wochen und 2 Tage alt und hat in etwa sein Geburtsgewicht zurück.Die ersten Tage waren leider etwas getrübt durch die Vorkommnisse, aber wir lassen uns die Freude am kleinen Prinz nicht nehmen! Er ist soo toll! Er ist super entspannt und hat fast immer ein kleines Lächeln auf den Lippen. Ob er wach ist oder schläft.
Heute musste Mama-J den ersten Tag wieder zur Arbeit und der „Alltag“ beginnt.

Wir freuen uns, dass Du bei uns bist, Mini Me, und wir glauben, Du hast Dir genau uns ausgesucht! ❤

 

Tick Tack Tick Tack, 35ste Woche!

pregnancy calendar

babies

OMG. Wir sind so gespannt auf das Geburtsplanungsgespräch am Mittwoch. Wir tippen auf Einleitung spätestens 1 Woche vorm Termin wegen großem Kind und unberechenbaren Zuckerwerten.

Das Bauchbild ist von Ende letzter Woche, aber Mini Me ist da schon schwerer als der angezeigte Durchschnittswert der App (2450 g + 9 Tage später).

Bauchbild.34.Woche